Was ist passiert?
Bei der Neu-Einarbeitung von Mitarbeitern entstehen häufig unnötige Sicherheitsrisiken durch unsichere Passwort-Praktiken. Temporäre „Erste-Tag“-Passwörter werden oft per E-Mail oder SMS versendet, zwischen mehreren Konten wiederverwendet und bleiben länger aktiv als geplant. Dies schafft erhebliche Angriffsflächen in kritischen Phasen der Mitarbeiter-Onboarding-Prozesse.
Hintergrund & Bedeutung
Der Onboarding-Prozess ist für IT-Teams zeitlich angespannt: Neue Mitarbeiter benötigen Geräte, Accounts, Zugriffsrechte und Passwörter in kurzer Zeit. Die Realität zeigt jedoch, dass Sicherheitsstandards dabei häufig kompromittiert werden. Temporäre Passwörter, die über unsichere Kanäle versendet werden, können abgefangen werden. Noch problematischer ist die Wiederverwendung derselben Passwörter für mehrere Systeme – ein klassisches Identity-and-Access-Management-Risiko.
Im Kontext von Zero-Trust-Architekturen und modernem IAM stellt dies einen kritischen Kontrollpunkt dar, der oft übersehen wird. Kompromittierte Onboarding-Passwörter ermöglichen Angreifern unautorisierten Zugriff auf sensible Systeme und Daten.
Empfehlungen für IT-Teams
- Sichere Zustellung: Passwörter nur über verschlüsselte oder Out-of-Band-Kanäle verteilen
- Erzwungene Passwortänderung: Neue Mitarbeiter müssen beim ersten Login sofort ein neues Passwort setzen
- Eindeutige Passwörter: Keine Wiederverwendung von Onboarding-Passwörtern über mehrere Accounts
- Zeitliche Begrenzung: Temporäre Passwörter nach maximal 24 Stunden automatisch deaktivieren
- Multi-Faktor-Authentifizierung: MFA bereits beim ersten Login aktivieren
- Audit-Logging: Alle Onboarding-Aktivitäten dokumentieren und überwachen
Fazit
Sicherheit darf nicht bei Zeitdruck leiden. Mit modernen IAM-Lösungen und bewusstem Prozessmanagement lassen sich Onboarding-Risiken deutlich minimieren und ein Zero-Trust-Ansatz konsequent umsetzen.
Quelle: Original Artikel