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Zusammenfassung
In Eclipse Milo versions 0.6.0 bis 1.1.4 wurde eine kritische Schwachstelle in der Username-Token-Verarbeitung identifiziert. Die Vulnerability ermöglicht es einem Angreifer im Netzwerk, durch gezielt unterschiedliche Fehlermeldungen bei ungültigen RSA PKCS#1 v1.5 Padding-Operationen sensitive Informationen zu extrahieren. Durch wiederholte unauthentisierte ActivateSession-Anfragen kann ein Padding-Oracle-Angriff durchgeführt werden, um Benutzerpasswörter zu kompromittieren.
Betroffene Systeme
Die Schwachstelle betrifft Eclipse Milo in den Versionen 0.6.0 bis einschließlich 1.1.4. OPC UA-Implementierungen, die auf diesen Versionen basieren und das Basic128Rsa15-Verschlüsselungsverfahren nutzen, sind besonders anfällig. Systeme mit aktivierter Username-Token-Authentifizierung sind direkt exponiert.
Technische Details
Die Vulnerability basiert auf einer Timing- und Error-Response-Analyse im Authentifizierungsprozess. Bei der Verarbeitung von Basic128Rsa15-verschlüsselten Username-Tokens werden unterschiedliche Fehlermeldungen für ungültige RSA PKCS#1 v1.5 Padding-Strukturen zurückgegeben. Dies ermöglicht einem On-Path-Angreifer, der einen abgefangenen Username-Token besitzt, systematisch Padding-Fehlern zu analysieren.
Der Angreifer sendet modifizierte Ciphertext-Varianten an den OPC UA Server und beobachtet die Fehlerresponses. Durch statistische Analyse dieser Responses kann schrittweise das RSA-Padding-Schema dekodiert werden. Dies fĂĽhrt letztendlich zur Offenlegung des unverschlĂĽsselten Passworts, welches anschlieĂźend fĂĽr authentifizierte Sitzungen missbraucht werden kann.
Empfohlene Massnahmen
Priorität: Hoch
- Sofortiges Update auf Eclipse Milo 1.2.0 oder höher durchführen
- Alternativ: Rückfall auf stärkere Verschlüsselungsmechanismen (z.B. Basic256Sha256)
- Netzwerküberwachung auf verdächtige ActivateSession-Requests implementieren
- VPN/TLS-Tunnel fĂĽr OPC UA-Kommunikation verwenden
- Regelmäßige Passwortänderungen für OPC UA-Benutzer durchführen
Bewertung
CVSS Score: 7.4 (High)
Die Schwachstelle wird als hochkritisch eingestuft, da sie Authentifizierungsmechanismen direkt umgeht und zur Credential-Kompromittierung fĂĽhrt. Der erforderliche Netzwerkzugang und die notwendige Vorkompromittierung (Token-Abfang) limitieren die Exploitierbarkeit geringfĂĽgig. Ein Sicherheitspatch ist verfĂĽgbar.
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