Was ist passiert?
Sicherheitsforscher Aleksandr Krasnov hat eine kritische Sicherheitslücke in Cloud-Systemen identifiziert: sogenannte „Ghost Credentials“ – inaktive, nicht-menschliche Identitäten wie Service Accounts, API-Keys und Zertifikate, die sich zu Security Blind Spots entwickeln. Auf der Black Hat USA 2026 wird er ein Open-Source-Tool vorstellen, das versteckte Vertrauenspfade aufdeckt und diese dormanten Identitäten aufspürt.
Hintergrund & Bedeutung
In modernen Cloud-Umgebungen entstehen täglich hunderte nicht-menschlicher Identitäten für Automatisierung, Integration und Systemkommunikation. Viele davon werden vergessen, deaktiviert oder nicht mehr gepflegt. Diese „Ghost Credentials“ bilden ideale Angriffsvektoren für Cyberkriminelle – sie haben oft hochprivilegierte Zugriffsrechte, werden aber nicht aktiv überwacht. Besonders problematisch ist die Verkettung dieser Vertrauenspfade: Ein kompromittiertes Service-Account kann als Sprungbrett zu anderen sensiblen Systemen missbraucht werden. Dies ist ein fundamentales Problem für Zero-Trust-Architekturen, da verwaiste Identitäten nicht in den Sicherheitsmodellen berücksichtigt werden.
Empfehlungen für IT-Teams
Sofortmaßnahmen: Durchführung eines vollständigen Audits aller nicht-menschlichen Identitäten in Cloud-Umgebungen (AWS, Azure, GCP). Implementierung automatisierter Discovery-Tools zur kontinuierlichen Erfassung von Credentials. Etablierung eines Lifecycle-Management-Prozesses für Service Accounts mit regelmäßigen Reviews und zeitgesteuerten Rotationen. Integration von MFA auch für non-human Identities wo möglich. Einsatz von Privilege Access Management (PAM) Lösungen zur Kontrolle und Überwachung.
Fazit
Ghost Credentials repräsentieren eine unterschätzte, aber kritische Bedrohung in Cloud-Sicherheit. Organisationen müssen ihre Identity-Governance überdenken und alle Identitäten – menschlich wie nicht-menschlich – systematisch verwalten, um echte Zero-Trust-Sicherheit zu erreichen.
Quelle: Original Artikel