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Zusammenfassung
CVE-2026-80590 ist eine kritische Sicherheitslücke im Linux-Kernel, die durch fehlerhafte GSO-State-Verarbeitung bei der IP-Fragment-Reassemblierung ausgelöst wird. Die Schwachstelle ermöglicht es unprivilegierten Benutzern, einen Kernel-Panic auszulösen, indem fragmentierte Pakete mit aktiviertem GSO-Flag (Generic Segmentation Offload) gesendet werden.
Betroffene Systeme
Betroffen sind Linux-Kernel-Versionen seit commit f43798c27684, insbesondere:
- Alle modernen Linux-Distributionen mit aktuellen Kernel-Versionen
- Systeme mit aktivierten Netzwerk-Virtualisierungsfunktionen (tun/tap, virtio_net)
- Systeme mit AF_PACKET PACKET_VNET_HDR-UnterstĂĽtzung
- Container und VM-Umgebungen, die GSO-Metadata verarbeiten
Technische Details
Die Schwachstelle liegt in der Funktion inet_frag_reasm_prepare()/inet_frag_reasm_finish(). Diese Funktionen behalten das GSO-Flag (SKB_GSO_DODGY) des ersten Fragments im reassemblierten Datagram bei, obwohl IP-Fragmente legitimerweise kein GSO-State tragen dürfen. Der Kernel verarbeitet das Datagram später mit skb_segment(), was zu einem BUG_ON()-Fehler führt, da die Funktion GRO-formatierte Eingaben erwartet.
Ein Angreifer benötigt nur zwei Schreibvorgänge zu einem tap-Device durch einen unprivilegierten Benutzer in einer eigenen User-Namespace, um einen Kernel-Panic auszulösen. Auch CAP_NET_RAW-Fähigkeiten oder VM-Gast-Zugriff reichen aus.
Empfohlene Massnahmen
- Kernel-Updates auf gepatchte Versionen einspielen sobald verfĂĽgbar
- GSO-Funktionen deaktivieren, falls nicht kritisch erforderlich
- Zugriff auf tun/tap-Devices für unprivilegierte Benutzer einschränken
- Container-Isolation überprüfen und verstärken
- Netzwerk-Namespace-Segmentierung implementieren
Bewertung
CVSS 8.6 (High): Führt zu Denial-of-Service durch Kernel-Panic. Keine Code-Execution, aber schwerwiegende Verfügbarkeitsgefährdung. Angreifer benötigen lokale Systemzugriffe oder VM-Gastprivilegien.
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