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Zusammenfassung
Das WordPress-Plugin Dokan weist eine kritische Privilege-Escalation-Anfälligkeit auf, die es authentifizierten Vendor/Seller-Benutzern ermöglicht, beliebige WordPress-Benutzer einschließlich Administratoren zu manipulieren oder zu löschen. Die Schwachstelle resultiert aus fehlenden Autorisierungsprüfungen in der REST-API-Implementierung und betrifft alle Versionen bis einschließlich 5.0.1.
Betroffene Systeme
Das Dokan-Plugin in allen Versionen bis Version 5.0.1. Das Plugin wird typischerweise auf WordPress-Installationen mit WooCommerce-Integration eingesetzt, die Multi-Vendor-Marktplatz-Funktionalität benötigen.
Technische Details
Die Anfälligkeit befindet sich in der Datei includes/REST/CustomersController.php. Der CustomersController registriert WooCommerce-Customer-CRUD-Routen unter dem /dokan/v1/customers/-Namespace erneut und ersetzt dabei WooCommerce’s standardmäßige manage_woocommerce-Capability-PrĂĽfung durch eine vendor-spezifische Kontrolle.
Das kritische Problem: Die Autorisierungsprüfung validiert ausschließlich die Rolle des anfordernden Benutzers, nicht jedoch des Ziel-Benutzers. Dies ermöglicht es Vendor-Benutzern, via GET/PUT/DELETE-Requests gegen /wp-json/dokan/v1/customers/{id} auf beliebige Benutzerprofile zuzugreifen.
Besonders kritisch: Das Setzen des password-Parameters auf einem Administrator-Datensatz führt zu vollständiger Site-Übernahme (Full Site Takeover).
Empfohlene Massnahmen
- Sofortmaßnahme: Beschränkung des Vendor-Zugriffs auf die /dokan/v1/customers/ API durch Web Application Firewall oder htaccess
- Plugin-Update: Warten auf offiziellen Security-Patch und sofortige Installation
- Benutzeraudits: Überprüfung von Benutzerpasswörtern und Berechtigungsänderungen auf Administrator-Konten
- Monitoring: Analyse von REST-API-Logs auf verdächtige Customer-CRUD-Operationen
- Temporäre Deaktivierung: Ggf. Plugin-Deaktivierung bis zur Verfügbarkeit eines Patches
Bewertung
CVSS-Score: 8.8 (High)
Diese Bewertung ist gerechtfertigt durch: (1) Niedriger Aufwand für Ausnutzung (Standard REST-Requests), (2) Authentifizierung mit Standard-Vendor-Rechten ausreichend, (3) Kritische Auswirkungen auf Vertraulichkeit, Integrität und Verfügbarkeit, (4) Potenzielle vollständige Systemübernahme. Die fehlende offizielle Sicherheitskorrektur erhöht das Risiko zusätzlich.
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