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Zusammenfassung
Eine kritische SQL-Injection-Schwachstelle (CVE-2026-6428) wurde in der Koha Library Management Software identifiziert. Die Vulnerability mit einem CVSS-Score von 7.6 ermöglicht authentifizierten Benutzern mit Reports-Modul-Berechtigung, beliebige Daten aus der Anwendungsdatenbank auszulesen. Die Schwachstelle existiert seit 2008 und wurde trotz ähnlicher Patches in CVE-2015-4633 nicht vollständig behoben.
Betroffene Systeme
Vulnerable Versionen:
- Koha bis 22.11.37
- Koha 23.x (alle Versionen)
- Koha 24.x vor 24.11.16
- Koha 25.05.x vor 25.05.11
- Koha 25.11.x vor 25.11.05
- Koha 26.05.x vor 26.05.01
- Koha 26.11.x vor 26.11.00
Technische Details
Die Vulnerability liegt in der Datei reports/catalogue_out.pl in der Subroutine calculate. Der Filter-Parameter wird ohne Escaping oder Prepared Statements direkt in eine SQL-LIKE-Klausel konkateniert:
$strsth2 .= " AND $column LIKE '$f' ";
Angreifer können fehlerbasierte SQL-Injection durchführen und beispielsweise mittels EXTRACTVALUE-Funktionen Datenbankmetadaten und sensitive Informationen auslesen. Zugängliche Tabellen umfassen Borrower-Daten (Passwort-Hashes, 2FA-Secrets), API-Keys und Session-Informationen.
Empfohlene Massnahmen
Sofortmassnahmen:
- Upgrade auf gepatchte Versionen durchfĂĽhren
- Zugriff auf Reports-Modul einschränken
- Datenbank-Logs auf verdächtige Abfragen überprüfen
- Administratorkennwörter und API-Keys zurücksetzen
Langfristig: Code-Review aller SQL-Statements in Legacy-Code durchfĂĽhren und auf Prepared Statements migrieren.
Bewertung
Die Schwachstelle stellt eine ernsthafte Bedrohung dar, da sie nur schwach authentifizierte Zugriffe erfordert und vollständigen Lesezugriff auf sensitive Datenbank-Inhalte ermöglicht. Der verzögerte Patch trotz historischer CVE-2015-4633 zeigt Qualitätsprobleme.
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