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Zusammenfassung
CVE-2026-54411 beschreibt eine Timing-Seitenkanal-Schwachstelle im PAM-Authentifizierungsmodul pam_userdb. Ein Angreifer kann durch wiederholte Authentifizierungsversuche und Zeitmessungen Passwörter im Klartext auslesen, wenn die Verschlüsselung deaktiviert ist.
Betroffene Systeme
Linux-PAM bis Version 1.7.2 ist von dieser Schwachstelle betroffen. Besonders kritisch sind Systeme, die das pam_userdb-Modul mit folgenden Konfigurationen einsetzen:
- crypt=none (VerschlĂĽsselung explizit deaktiviert)
- Unbekannte oder nicht erkannte VerschlĂĽsselungsmethoden
- Fehlender crypt=-Parameter (Standardverhalten)
Technische Details
Die Schwachstelle liegt in der Datei modules/pam_userdb/pam_userdb.c. Der vulnerable Code führt einen Längenvergleich durch, bevor die Passwörter mittels strncmp() oder strncasecmp() verglichen werden. Dies erzeugt messbare Unterschiede in der Antwortzeit:
- Passwortlänge wird durch unterschiedliche Verarbeitungszeiten preisgegeben
- Einzelne Präfix-Bytes können durch iteratives Testen ermittelt werden
- Der Zeitunterschied ist abhängig vom Index des ersten unterschiedlichen Zeichens
Die Attacke ist remote oder lokal möglich und erfordert wiederholten Zugriff auf einen Authentifizierungsdienst, um die Timing-Differenzen zu messen.
Empfohlene Massnahmen
- Linux-PAM auf Version ĂĽber 1.7.2 aktualisieren (sobald verfĂĽgbar)
- pam_userdb-Modul mit aktivierter Verschlüsselung konfigurieren (crypt=sha512 oder stärker)
- Niemals Klartext-Passwörter in PAM-Datenbanken speichern
- Monitoring und Rate-Limiting fĂĽr wiederholte Authentifizierungsversuche implementieren
- Alternative Authentifizierungsmechanismen (LDAP, Kerberos) erwägen
Bewertung
CVSS 5.9 (Medium) – Authentifizierung erforderlich, aber potenziell hoher Informationsgewinn für Angreifer. Die praktische Ausnutzbarkeit hängt von Netzwerkaccessibilität und Systemkonfiguration ab.
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