Was ist passiert?
Anthropics KI-Modell Claude Mythos Preview hat eine vollständige Schlüsselrückgewinnungs-attacke gegen das Post-Quanten-Signaturschema HAWK-256 entwickelt. Gleichzeitig gelang es der KI, einen Angriff auf sieben-Runden AES-128 um das 200- bis 800-fache zu beschleunigen. Die HAWK-attacke nutzt eine bislang ungenutzte Symmetrie in der zugrunde liegenden Gitterstruktur aus und benötigt auf einem 96-Kern-Server etwa 3 Stunden und 42 Minuten für die komplette Schlüsselrückgewinnung.
Hintergrund & Bedeutung
Dieser Durchbruch zeigt die Doppelwirkung von KI in der Kryptographie: Während Claude bei der Findung von Sicherheitslücken hilft, wird gleichzeitig deutlich, dass Post-Quanten-Kryptographie-Standards gründlicher überprüft werden müssen. Die massive Speedup beim AES-Angriff demonstriert zudem, wie KI-gestützte Analyse klassische Kryptoanalyse-Methoden revolutionieren kann. HAWK war als sichere Alternative für die Ära Quantencomputer entwickelt worden – die Schwachstelle gefährdet potenzielle Migrationsszenarien.
Empfehlungen für IT-Teams
Sofortmassnahmen: Überprüfen Sie, ob HAWK-256 in Ihren Systemen eingesetzt wird. Falls ja, wechseln Sie zu bewährten NIST-standardisierten Post-Quanten-Algorithmen wie ML-KEM oder ML-DSA. Mittelfristig: Implementieren Sie Hybrid-Ansätze (klassische + Post-Quanten-Krypto). Überwachen Sie offizielle NIST-Updates zur Kryptographie-Roadmap. Langfristig: Investieren Sie in regelmäßige KI-gestützte Sicherheitsaudits für kryptographische Implementierungen.
Fazit
Der Vorfall unterstreicht, dass auch neue Post-Quanten-Standards laufend validiert werden müssen. KI-Tools wie Claude können zwar Sicherheitslücken aufdecken – gleichzeitig müssen Organisationen ihre Krypto-Infrastruktur proaktiv absichern.
Quelle: Original Artikel